Lateinamerika und Karibik

Zu den Beiträgen

Staaten: Antigua & Barbuda, Argentinien, Aruba, Bahamas, Barbados, Belize, Bolivien, Brasilien, Cayman Islands, Chile, Costa Rica, Cuba, Dominica, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Französisch Guiana, Grenada, Guadeloupe, Guatemala, Guyana, Haiti, Honduras, Jamaika, Kolumbien, Martinique, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Puerto Rico, Saint Barthélemy, St. Kitts & Nevis, St. Lucia, St. Vincent and the Grenadines, Suriname, Trinidad & Tobago, Turks & Caicos Islands, Uruguay, Venezuela, Virgin Islands
Zentrale Institutionen: Gemeinsamer Markt des Südens (Mercosur), Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR), Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Nordamerikanisches Freihandelsabkommen (NAFTA)

Lateinamerika blickt auf eine turbulente Vergangenheit mit einer dreihundert Jahre währenden Kolonialherrschaft zurück, die den Kontinent bis heute nachhaltig prägt.

Die Ankunft Kolumbus’ 1492 in der Neuen Welt markiert einen Wendepunkt in der Historie Lateinamerikas. Ausgehend von Zentralamerika erobern Spanier und Portugiesen schrittweise den gesamten Kontinent, drängen dabei die indigene Bevölkerung zurück und etablieren ein neues, feudalistisch geprägtes Gesellschaftsmodell.

Beeinflusst durch die Unabhängigkeitskriege in Nordamerika und bestärkt durch ein kriegsgebeuteltes Spanien können die Staaten Lateinamerikas im 19. Jahrhundert nach und nach ihre Unabhängigkeit erklären. Trotz der politischen Autonomie sind sie jedoch wirtschaftlich weiterhin von Europa und ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunehmend von den USA abhängig.

Als Antwort auf die Weltwirtschaftskrise 1929 und zum Ziele der Erlangung wirtschaftlicher Unabhängigkeit führen zahlreiche Staaten Lateinamerikas das Modell der importsubstituierenden Industrialisierung ein, welches in den siebziger Jahren schließlich in eine Verschuldungskrise mündet. Der Großteil der Staaten reagiert hierauf mit neoliberalen Reformen. Dieser Übergang von einer zentral gesteuerten Wirtschaft zur Marktwirtschaft koinzidiert mit Demokratisierungsprozessen, die den Militärregimen der siebziger Jahre ein Ende setzen.

Mittlerweile konnte die Schuldenfalle größtenteils überwunden und die Wirtschaftskraft mithilfe regionaler Bündnisse gestärkt werden. Mit dem 1991 gegründeten Mercosur verständigten sich die Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay auf einen wirtschaftlichen und politischen Integrationsprozess. Dieses ambitionierte Projekt blieb jedoch infolge andauernder Handelsbarrieren und interner Streitigkeiten hinter seinen Erwartungen zurück. Protektionistische Maßnahmen insbesondere Argentiniens und Brasiliens erschweren den Handel untereinander und mit anderen Staaten. Die temporäre Suspendierung Paraguays und die Aufnahme Venezuelas 2012 in das Bündnis wiederum sorgten für eine Verstärkung der internen Spannungen.

Während der Mercosur derzeit an regionaler Bedeutung einbüßt, rückt die 2012 gegründete Pazifikallianz immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit: Mit ihr verständigten sich die Gründungsmitglieder Chile, Kolumbien, Mexiko und Peru auf eine engere Zusammenarbeit und die Etablierung einer Freihandelszone. Aufgrund ihrer wirtschaftlich offenen Ausrichtung und ihrer geostrategisch günstigen Lage verstehen sich die Staaten als natürliche Partner. Ziel ist es, die einseitige Anbindung an die USA zugunsten eines intensiveren Austauschs mit den asiatischen Staaten voranzutreiben.

Neben der Pazifikallianz und dem Mercosur bleibt die ALBA (Bolivarianische Allianz für die Völker unseres Amerika), ein stark ideologisch geprägter Zusammenschluss, der sich bewusst von den USA abgrenzt, als zentraler Gegenpol zu erwähnen. Neben den Gründungsmitgliedern Venezuela und Kuba sind sechs weitere Staaten Teil des Bündnisses. Venezuela nimmt zwar innerhalb dieses Gefüges eine Führungsrolle ein – wie sich aber der Tod des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez auf die sozialistisch geprägte Struktur des Landes und somit auf das Bündnis auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Regionalleiter “Lateinamerika und Karibik”
Jana Dotschkal - Email
Lukas Keller - Email

Der ökonomische Richtungswechsel zwischen Lateinamerika und Europa
von Lukas Keller, geposted Montag, 01.04.2013
Die Erwartungen an den 7. EU-Lateinamerikagipfel zu Beginn dieses Jahres waren groß, da er auf Entwicklungen folgte, die die gegenseitige wirtschaftsstrategische Wahrnehmung der beiden Kontinente in den letzten Jahren stark verändert hat. Das Ergebnis: Eine Abkehr vom etablierten Fokus auf Entwicklungszusammenarbeit, hin zu Fragestellungen der Investitionssicherheit und offenen Märkte. Lies mehr…

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Stärkung Indigener Rechte: Hintergrund und Bedeutung des Urteils im Fall „Sarayaku vs. Ecuador“
von Lukas Keller, geposted Freitag, 10.08.2012
Nach fast 10 Jahren intensiver Verhandlungen hat der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte (IGMR) in Costa Rica am 25. Juli sein Urteil in einem international vielbeachteten Rechtsstreit gefällt. Im Jahr 2002 klagte der indigene Stamm der Sarayaku vor dem Tribunal gegen den ecuadorianischen Staat. Dieser hatte sechs Jahre zuvor einem argentinischen Erdölunternehmen die Erkundungs- und Schürfrechte für Förderblocks auf dem Gebiet der Sarayaku erteilt, ohne den Volkstamm vorher zu konsultieren. Hintergrund und Bedeutung des Urteils. Lies mehr…

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Die Regierung will bis 2016 über drei Millionen Peruaner aus der Armut holen – Interview mit dem Botschafter von Peru S.E. José Antonio Meier Espinosa
Ko-Publikation mit dem Diplomatischen Magazin, geposted Donnerstag, 02.08.2012
Edelmetalle und Armut – gelegen am Pazifischen Ozean ist Peru ein Land voller Gegensätze. Mit immensen Vorkommen von Gold, Silber und Kupfer ist der Andenstaat reich an Bodenschätzen und weltweit einer der größten Produzenten dieser Rohstoffe. Trotz seines Wirtschaftswachstums von 8,8 Prozent gehört das Land der Inka zu den ärmsten Staaten Südamerikas. Im Interview mit dem Diplomatischen Magazin, Partner von IFAIR e.V., sprach Botschafter S.E. José Antonio Meier Espinosa über Strategien zur Armutsbekämpfung, Diversifizierung und den Investitionsstandort Peru. Lies mehr…

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Leseempfehlung zur wirtschaftlichen Entwicklung Brasiliens
von Jana Dotschkal, geposted Mittwoch, 04.07.2012
Anlässlich der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage, die vom 1. bis 3. Juli 2012 in Frankfurt am Main stattgefunden haben, wurde mein folgender Artikel zur wirtschaftlichen Entwicklung Brasiliens in der Printausgabe der Tageszeitung “Die Welt” veröffentlicht: Lies mehr…

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Criminal Violence and Democratic Governance in the “Northern Triangle”
by Lukas Keller (co-publication with Diplomatisches Magazin), posted Sunday, 01.07.2012
On June 5, the people of Guatemala mourned the death of Rodolfo Quezada Toruño. The passage of the former Archbishop and chief negotiator of the peace deal which brought to an end the country’s 36-year-old civil war in 1996 strikes Guatemalans at a time when their young project of democratization appears more fragile than ever. Once again, violence undermines the country’s development potential. Read more…

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Are we experiencing a Latin American Spring?
by Alexis Angulo (Guest Contribution), posted Friday, 22.06.2012
“Alerta, alerta, alerta que camina la lucha estudiantil por America Latina!!”
“Attention, attention, the student struggle is walking through Latin America!!” – it has been chanted during the meetings of the students movement in Mexico just as it did in many countries in South America (e.g. Colombia, Argentina and Chile) during the protests in November last year – demanding high quality education for all in Latin America. Read more…

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“Ich bin 132“- der Aufschwung einer neuen zivilen Bewegung
von Julia Maier (Gastbeitrag), geposted Montag, 11.06.2012
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rogenkrieg und Korruption sind die Schlagwörter, die man dieser Tage mit Mexiko in Verbindung bringt. Die mexikanische Politik ist selbst so sehr in die Drogenmafia verstrickt, dass die Bevölkerung machtlos der Gewalt und den Machenschaften ausgeliefert zu sein scheint. Doch nun, kurz vor den Präsidentschaftswahlen errichtet sich mit “Yo soy 132“ (“Ich bin 132“) eine neue zivile Bewegung, die sich gegen das korrupte politische System und seine Folgen richtet. Lies mehr…

Transitional Justice mahlt langsam
von Leonard Ghione, geposted Sonntag, 11.03.2012
Brasiliens Wahrheitskommission ist beschlossene Sache und wird als Schritt in die richtige Richtung gefeiert. Wer dieser Kommission angehören wird ist allerdings weiterhin unklar. Unklar ist auch wie die Kommission mit den Schwierigkeiten unmgehen wird, die sie unzweifelhaft erwarten. Lies mehr…

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Sturz der Statue?
von Jana Dotschkal, geposted Mittwoch, 21.12.2011
2009 hatte der Economist mit seinem Titel „Brazil takes Off“ und der abhebenden Christus-Statue Rio de Janeiros den Aufstieg Brasiliens in seiner schönsten Form illustriert. Nach Jahren unaufhaltsamen Wachstums betrug der Anstieg des realen brasilianischen BIP im dritten Quartal dieses Jahres jedoch magere 0%. Angesichts der 7,5%, um die die Wirtschaft 2010 noch gewachsen war, drängt sich die Frage auf, ob der Abstieg bevorsteht und die Statue nach kurzem Höhenflug wieder unsanft inmitten der Tijuca-Wälder landen wird. Lies mehr…

Veröffentlicht in Praxis

Mexiko: Ein Land in einem unkontrollierbaren Drogenkrieg
von Julia Maier (Gastbeitrag), geposted Mittwoch, 07.12.2011
Seit fünf Jahren versucht die mexikanische Regierung vergeblich die Drogenkartelle zu zerschlagen. Trotz der Aufstockung von Spezialeinheiten nehmen die Gewalt und die Zahl der Zivilopfer drastisch zu. Gegen die Drogenkartelle militärisch vorzugehen ist zwecklos, solange nicht die sozio-ökonomischen Probleme des Landes gelöst sind, die das organisierte Verbrechen begünstigen. Lies mehr…

Veröffentlicht in Wissenschaft

An unfinished act – the US-Colombia Free Trade Agreement
by Lukas Keller, posted Friday, 28.10.2011
On Friday October 21st, United States President Barack Obama signed into law three major Free Trade Agreements (FTAs) with South Korea, Panama and Colombia after Congress had approved these deals some ten days earlier. While in the two former cases the bilateral discussions that anteceded the closure of the agreements had been dominated by purely economic considerations, the ratification of the US-Colombia FTA had faced the possibility of yet another postponement due to major concerns over Colombia’s Human Rights record. Read more…

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Amnesties for Arab leaders: A stable solution? – Lessons from South America
by Leonard Ghione (competition contribution), posted Tuesday, 23.08.2011
As regimes in North Africa and the Middle East falter, we are left to wonder what happens with the elites that are washed away by the Arab Spring. A common instrument to facilitate political transition is the implementation of amnesty laws. Read more…

Published in Science

Lese-Empfehlung: Brazil and China – Partnership or Competition?
by Leonard Ghione (guest contribution), posted Thursday, 16.06.2011
The rise of Brazil, Russia, India, China and South Africa and formation of the BRICS-Block that began in 2006 was widely perceived as a prophecy for a new polypolar World Order. However, recent developments in the relationship between the largest developing country in the Western hemisphere (Brazil) and the largest developing country in the Eastern hemisphere (China) menace the block’s further cooperation. Read more…

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